Die Werkstatt
Fünfundfünfzig Jahre in Herrstein
Herrstein ist ein Fachwerkdorf mit einer Uhrturm-Gasse, einem Schloss und, seit 1971, einer Schreinerei. Alois Thielen hat damals mit einer gebrauchten Hobelmaschine und einem Kredit über 8.000 Mark angefangen. Die ersten Jahre waren Fenster und Türen für die Häuser im Ort – viele davon sind heute noch eingebaut.
Wer heute in die Halle kommt, sieht zuerst den Holzschuppen: rund vierzig Kubikmeter Eiche, Buche, Esche, Lärche, Kirsche und Nussbaum, gestapelt und mit Datum beschriftet. Ein Teil davon liegt seit über zehn Jahren dort. Wir kaufen unser Holz fast ausschließlich bei einem Sägewerk bei Morbach, das Stämme aus dem Hunsrück verarbeitet. Kurze Wege, bekannte Bäume.
In der Halle selbst stehen moderne Maschinen – eine Formatkreissäge, eine CNC-Fräse für Treppenwangen, eine Absauganlage, die die Späne direkt in die Heizung bläst. Und daneben drei Hobelbänke, an denen nach wie vor von Hand gearbeitet wird: Zinken, Passstücke, das letzte Zehntel Millimeter.
Wir sind bewusst klein geblieben. Vier Leute heißt: Die Person, die bei Ihnen misst, baut auch und montiert auch. Nichts wird an Subunternehmer weitergegeben, und Sie haben von Anfang bis Ende dieselbe Telefonnummer.